Ansteckung mit dem Coronavirus

Das Virus ist deutlich infektiöser als ursprünglich angenommen

Das passiert beim ungeschützten Husten und Niesen (Foto: James Gathany, wikimedia.org)

Bei Sars-CoV-2 handelt sich um ein sogenanntes behülltes Virus, dessen Erbgut von einer Lipidschicht umgeben ist, die empfindlich auf Seife reagiert. SARS-CoV-2 ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die gar keine oder nur unspezifische (zB Gliederschmerzen) Symptome gezeigt hatten.

Bekannt ist, dass sich das Virus durch Tröpfcheninfektion - etwa beim Husten, Niesen und Sprechen - verbreitet. Das Virus ist aber auch in der normalen (Ausatem-)Luft nachweisbar und kann genauso gut durch Berührung ( Schmierinfektion) übertragen werden. „Der Erreger ist deutlich infektiöser als ursprünglich angenommen“, meint der Infektionsepidemiologe Lars Schaade, Vizepräsident des Robert Koch-Instituts (RKI).

Wiederkehrende Covid-Seuche durch fehlgeleitete Immunreaktion

Ähnlich wie beim Schnupfen verändern sich die auslösenden Rhinoviren ständig, weshalb wir nicht immun bleiben und uns immer wieder neu anstecken. Es gebe nun Anhaltspunkte dafür, dass das auch beim Coronavirus SARS-CoV-2 so sein könnte.

Ein solches Szenario, dass eine Infektion mit SARS-CoV-2 zwar eine Immunantwort auslöst, die aber den Betroffenen nicht ausreichend schützt, sodass er sich wieder infizieren kann, sei "bedrohlich", so das Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der Meduni Wien.

Übertragungswege des Coronavirus

Übertragung durch Husten und Niesen (Tröpfcheninfektion)

Krankheiten, die überwiegend durch Tröpfchen übertragen werden, sind vor allem akute respiratorische Erkrankungen (ARE) wie die allgemein bekannte „Erkältung“, die Grippe, Tuberkulose aber auch die aktulle COVID-19-Krankheit verbreiten sich auf diesem Weg. Beim ungeschützten Sprechen, und vorallem durch Husten und Niesen gelangt Sekret aus den Atemwegen in Form von Tröpfchen und Aerosolen in die Umgebung - siehe auch Übertragung durch die Luft.

Übertragung durch die Luft

Auch die Ausatemluft kann nachweislich Viren enthalten. Das Virus kann sich also durch Übertragung in der Luft ausbreiten. Selbst nachdem der Bereich, wo eine Person zB gehustet hat, verlassen wurde, besteht eine Ansteckungsgefahr. Warum?

Als Aerosol werden feinste flüssige und/oder feste Teilchen mit einem Durchmesser von weniger als 5 µm (Mikrometer*) bezeichnet. Die Mikropartikel schweben in der Luft und können dadurch von anderen Lebewesen im näheren Umfeld eingeatmet und/oder über die Schleimhaut der Augen aufgenommen werden. Aerosole können bis zu 50 Meter weit übertragen werden.

Viren wie zB. Corona fliegen nicht vereinzelt in der Luft herum, sondern sind in der Luft in größere Tröpfchen eingeschlossen. Die Viren bewegen sich also umhüllt von feinsten Tröpfchen in der Luft. Beim Atmen stößt jeder Mensch solche Tröpfchen (von einer Größe von 1 µm) aus. Beim Husten sind die Tröpfchen um ein Zehnfaches größer. Pro Atemzug können 1.000 bis 50.000 Tröpfchen enthalten sein. Luftbefeuchter begünstigen den Transport von Viren.

*) 1.000 Mikrometer ergeben einen Millimeter

Übertragung durch Oberflächen (Schmierinfektion)

Grundsätzlich solltest du große Menschenansammlungen vermeiden, auch die Fahrt mit den Öffis (wie S-Bahn, U-Bahn, Bus, Straßenbahn), grundsätzlich alle Situationen wo Menschen dicht beieinanderstehen. Denn abgesehen von der Ansteckungsgefahr, wenn jemand hustet oder niest, kann es beim Berühren von kontaminierten Türklinken, Aufzügen, Haltegriffen, Tastaturen und Touch-Screens von Bankomat, Kassa-Systemen und Waagen, Einkaufswagen, Schlüsseln und Türgriffen von Taxis, etc. zu einer Übertragung des Virus kommen.

Das Risiko, dass sich ein Empfänger über ein Paket ansteckt, das auf dem Transport unterschiedlichen Bedingungen und Temperaturen ausgesetzt ist, sei laut Experten gering. Importierte Lebensmittel und Waren wie Spielzeug, Computer oder Kleidung sind als Infektionsquellen eher unwahrscheinlich.

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