Ansteckung mit dem Coronavirus

ÖTK-Kletterhalle übernimmt Vorreiterrolle

Die ÖTK-Kletterhalle reduziert Infektionsgefahr durch Magnesiumverbot

In Orten mit hohen Luftschadstoffwerten gibt es besonders viele Corona-Tote. Heißt das im Umkehrschluss, dass Feinstaub eine Covid-19-Infektion gefährlicher macht? Dass das Coronavirus über Tröpfcheninfektion und Schmierinfektion (Oberflächen) übertragen werden kann, ist mittlerweile bekannt. Feinstaub könnte als weiteres "Transportmittel" hinzu kommen.

In Norditalien wurden zwei ungewöhnlich stark ansteigende Expansionskurven der Covid-19-Infektionen festgestellt. Dieser explosionsartige Anstieg fiel zusammen mit den höchsten Feinstaubkonzentrationen. Die Feinstaubbelastung könnte, so das Positionspapier, einen beschleunigenden Effekt auf die Verbreitung des Coronavirus ausgeübt haben. Je mehr Feinstaub es gibt, desto mehr Transportmittel werden für Ansteckungen geschaffen, so Gianluigi de Gennaro von der Universität Bari.

Raumluft der Kletterhalle wird gefiltert

Die ÖTK-Kletterhalle fühlt sich angesichts dieser Erkenntnisse abermals in ihrer Vorgehensweise bestätigt, beim Indoor-Klettern auf Magnesium gänzlich zu verzichten. Wegen möglicher Lungenschäden und Reizungen der Schleimhäute gilt in der größten Kletterhalle in Wiens City schon seit jeher eine Magnesiumverbot.

Um ein angenehmes Raumklima zu erhalten, wird in der ÖTK-Kletterhalle die Raumluft zusätzlich über ein Filtersystem gereinigt. Durch die Kombination aus technischer Wartung, regelmäßiger Hygieneinspektion sowie Reinigung der zentralen Lüftungsanlage wird einem Befall von Bakterien, Viren und Pilze vorgebeugt.

Feinstaub als Überträger von Covid-19

Übertragung durch Wüstensand

Größenvergleich von Covid-19 Viren zu Feinstaubpartikel (Quelle: Sciencia58, wikimedia)

2018 konnten Wissenschaftler in Spanien nachweisen, dass Viren, genauso wie Bakterien, auf Staubpartikeln, vor allem Wüstensand oder organischen Teilchen haften und bis in die Troposphäre empor getragen werden können. Wüstenstaub besteht aus vergleichsweise großen Partikeln und bildet beim Transport eine klar abgegrenzte, mehrere Kilometer dicke Aerosolschicht. Abhängig von der meteorologischen Situation können Viren großflächig verteilt werden.

In der Troposphäre, den ersten 10 Kilometer, findet das Wettergeschehen statt. Unsere Erdatmosphäre enthält Aerosole unterschiedlichen Typs und unterschiedlicher Konzentration. Dazu zählen Pollen, Sporen, Bakterien und Viren genauso wie durch Erosion entstandener Wüsten- oder Mineralstaub oder vom Menschen verursachte Teilchen, wie Rauchgase und Feinstaubpartikel.

Feinstaubpartikel als "Transportmittel"

Ein Team aus italienischen WissenschaftlerInnen rund um SIMA (Società Italiana Medicina Ambientale) und renommierte Universitäten in Nord Italien veröffentlichte eine Studie, um den Zusammenhang zwischen Feinstaubbelastung und der Verbreitung des Covid-19-Virus zu belegen.

Edoardo Conticini von der Universität Siena verglich die Sterberaten verschiedener italienischer Regionen mit der regionalen Feinstaub- und Stickstoffbelastung. Das Ergebnis: In der norditalienischen Lombardei, die einen besonders heftigen Ausbruch erlebte, starben fast dreimal so viele Menschen an ihrer Covid-Infektion wie in anderen Teilen des Landes. Gleichzeitig ist dort die Luft besonders schmutzig. Dabei wurde eine zeitliche Verzögerung (Inkubationszeit) von rund 14 Tagen berücksichtigt.

Schon 2003 sahen Forscher einen ähnlichen Zusammenhang bei SARS, ein enger Verwandter des neuen Corona-Virus. So wird die Vermutung geäußert, die Feinstaubpartikel könnten dem Virus als eine Art Transportmittel helfen, weiter und länger durch die Luft zu fliegen.

Viren haften auf Smog und Feinstaub

Italienische Wissenschaftler gehen davon aus, dass Viren auf Smogpartikeln und insbesondere Feinstaubpartikel haften können und somit mehrere Tage in der Luft bleiben und auch über weitere Strecken reisen können.

In welcher Größenordnung sich Coronaviren in der Luft befinden und ob es dabei zu einer Übertragung kommen kann, ist mit heutigem Stand der Wissenschaft nicht eindeutig zu beantworten. In Ländern, die hohe Luftverschmutzung und signifikant höhere Fälle an Lungenkrebs und COPD aufweisen, ist auch die Anzahl der schweren Covid-19-Fälle um ein Vielfaches höher als im Rest Europas.

Feinstaubbelastung in Europa (Europäische Umweltagentur)

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