Wichtige Begriffe zum Coronavirus

Was sind Corona-Viren?

Viruspartikel (gelb), die aus einer Zelle (blau/pink) austreten (Foto: Niaid, wikimedia.org)

Coronaviren wurden erstmals Mitte der 1960er Jahre identifiziert. Die Coronaviridae sind eine Virusfamilie. Sie verursachen bei verschiedenen Wirbeltieren wie Säugetieren, Vögeln und Fischen unterschiedliche Erkrankungen. Coronaviren sind genetisch hochvariabel, d.h. einzelne Virusspezies können durch Überwindung der Artenbarriere auch mehrere Wirtspezies infizieren. 

Durch solche Artübertritte sind beim Menschen verschiedene Krankheiten aufgetreten. Die Vielfalt reicht von Symptomen einer Erkältung (trockener Husten) bis hin zu gefährlichen, ja sogar potenziell tödlich verlaufenden Krankheiten wie dem Middle East Respiratory Syndrome (MERS) oder dem aktuellen Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS).

Im Dezember 2019 wurde in der Stadt Wuhan (zentralchinesischen Provinz Hubei) eine Häufung von schweren Lungenentzündungen mit unklarer Ursache festgestellt.

Am 7. Januar 2020 gab der chinesische Virologe Xu Jianguo bekannt, dass es sich bei dem Krankheitserreger um ein bis dahin unbekanntes Coronavirus handle. Dies hätten Untersuchungen von Blutproben und Rachenabstrichen ergeben. In einer Stellungnahme der WHO am 9. Januar 2020 wurde diese Erkenntnis bestätigt.

Wikipedia

COVID-19

COVID-19 ist der Name der Atemwegskrankheit, die durch das neue Coronavirus "SARS-CoV-2" ausgelöst wird, das erstmals im Dezember 2019 in China aufgetreten ist. COVID-19-Symptome sind Husten, Fieber und Atemnot. 

SARS

Das Schwere Akute Respiratorische Syndrom (SARS) ist eine durch das SARS-Coronavirus (SARS-CoV) hervorgerufene Infektionskrankheit, die das klinische Bild einer atypischen Lungenentzündung (Pneumonie) vorweist. 

SARS-CoV

"Severe acute respiratory syndrome-related coronavirus", kurz SARS-CoV, ist der Verursacher des schweren akuten Atemwegsyndroms (SARS). Am 16. April 2003, während der SARS-Pandemie 2002/2003, gab die WHO bekannt, dass als Verursacher ein Virus aus der Familie der Coronaviridae von verschiedenen Laboren bestimmt worden war.

Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt überwiegend über die Schleimhäute der Augen, Nase und Mund. Auch eine indirekte Übertragung über kontaminierte Oberflächen und Materialien ist möglich.

Bei wildlebenden chinesischen Kleinsäugern (zB. Zibetkatze, Waschbärhund) wurden mittlerweile dem SARS-Virus ähnliche Coronaviren nachgewiesen, sodass anzunehmen ist, dass die Infektion primär von solchen Tieren ausging.

SARS-CoV2

Das aktulle Virus ist die mittlerweile zweite Mutation dieser Virenspezies, daher SARS-CoV-2. Dieses Virus ist Auslöser der COVID-19-Pandemie, die wir jetzt weltweit erleben. Es ist auch bekannt als 2019-nCoV, 2019-novel Corona virus sowie Wuhan-Coronavirus. Die Namensvielfalt kam daher, weil die Entdecker dem Virus idR den Namen der Region gaben, die WHO plädierte für eine wertfreie Namensgebung.

Epidemiologie

Die Epidemiologie ist eine Wissenschaft, die sich mit den Ursachen, Folgen und der Verbreitung von gesundheitsbezogenen Ereignissen in einer Bevölkerung – beziehungsweise einem definierten Ausschnitt (Population) daraus – beschäftigt. Es ist also die Einschätzung von Erkrankungen und deren Ausbreitung. Dadurch können Epidemien frühzeitig erkannt oder verhindert werden. 

Epidemie

In der Epidemiologie wird von einer Epidemie gesprochen, wenn die Zahl an neuen Erkrankungsfällen über einen gewissen Zeitraum in einer bestimmten Region zunimmt. Davon zu unterscheiden ist die Pandemie.

Inkubationszeit

Der Begriff aus der Infektiologie beschreibt die Zeit von einer Infektion (Ansteckung) bis zu den ersten sichtbaten und spürbaren Symptomen einer Krankheit. Beim aktuellen Coronavirus SARS-Cov-2 kann die Inkubationszeit bis zu 24 Tage betragen. Daher ist es wichtig, dass man sich in Selbstisolation (Quarantäne) begibt, wenn man den Verdacht hat, dass man infiziert ist.

Inzidenz

Der Begriff Inzidenz (vom lateinischen Wort incidere "vorfallen, sich ereignen) wird unterteilt in die kumulative Inzidenz (Inzidenzrisiko) und die Inzidenzrate oder Inzidenzdichte. Die kumulative Inzidenz (CI) beschreibt die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Person in einer definierten Zeitspanne eine bestimmte Erkrankung entwickeln wird. Die Inzidenzrate (Inzidenzdichte) berücksichtigt zusätzlich Veränderungen in der Bevölkerung (Sterbefälle, Geburten, Wegziehen, Zuziehen).

Kritische Infrastruktur

Die Versorgung mit Strom, Lebensmitteln, Trinkwasser, Bargeld und Gesundheitsdienstleistungen ist für das Funktionieren des Staates von hoher Bedeutung und muss geschützt werden. Der Schutz von kritischer Infrastruktur ist eine der Aufgaben des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT).

Im Rahmen der Umsetzung der Ziele des APCIP (Österreichisches Programm zum Schutz kritischer Infrastruktur) Masterplans werden Betreiber und/oder Eigentümer von strategisch wichtigen Unternehmen dazu aufgefordert, entsprechend valide und umfassend ausgerichtete Risikomanagementmaßnahmen zu implementieren.

Letalitätsrate ("Tödlichkeit")

Mortalität von der Letalität - beide Begriffe geben zwar die neu eintretenden Todesfälle an, legen aber unterschiedliche Bevölkerungen zugrunde. 

Wie tödlich eine Erkrankung ist, lässt sich mithilfe der Letalitätsrate berechnen. Die Letalität bezeichnet die Häufigkeit, mit der eine Krankheit tödlich verläuft. Sie wird aus der Zahl der an der Krankheit Gestorbenen geteilt durch die Zahl der von der Krankheit Betroffenen ermittelt. Letalität ist die Mortalität bezogen auf die Gesamtzahl der an einer Krankheit Erkrankten.

Pandemie

Als Pandemie wird eine länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Infektionskrankheit beim Menschen bezeichnet. Im Unterschied zur Epidemie ist eine Pandemie örtlich nicht beschränkt.

Population

Die Bevölkerung, auch als Population bezeichnet, meint in der Epidemiologie nicht zwangsläufig die Bevölkerung eines Landes (zum Beispiel die österreichische Bevölkerung), sondern bezieht sich auf einen bestimmten Ausschnitt daraus. Das können Raucher, Frauen, Männer, ungeimpfte Kinder oder jede andere erdenkliche Personengruppe sein.

Prävalenz (Krankheitshäufigkeit)

Die Prävalenz gibt den Anteil der Erkrankten oder der von einem bestimmten Risikofaktor Betroffenen in der Bevölkerung an. Daraus lässt sich die Wahrscheinlichkeit für jede Person dieser Bevölkerung ableiten, zu einem definierten Zeitpunkt krank zu sein. 

Formel: Prävalenz = Anzahl der erkrankten Personen : Bevölkerung

Quarantäne

Quarantäne ist eine zeitlich befristete Absonderung von ansteckungsgefährdeten Personen oder von bereits infizierten Personen. Die Quarantäne soll die Verbreitung der Erkrankung verhindern und dient dem Schutz von uns allen.

Manifestationsindex (Erkennbarkeit)

Der Manifestations-Index (von lat. manifestus und index) beschreibt den Anteil der Infizierten, der tatsächlich, also erkennbar erkrankt. Je kleiner der Manifestationsindex, umso höher ist die Dunkelziffer, als umso mehr Infektionen verlaufen klinisch "stumm".

Mortalitätsrate (Sterberate)

Die Mortalität, Mortalitätsrate, Sterblichkeit, auch Sterberate – sind Begriffe aus der Demografie. Sie bezeichnen die Anzahl der Todesfälle einer bestimmten Population* (Bevölkerungsgruppe) in einem bestimmten Zeitraum. 

Formel: Mortalität = Sterbefälle in einem Zeitraum : mittlere Bevölkerung unter Risiko. Beispiel: Die Sterblichkeitsrate bei einer Infektion mit dem Coronavirus liegt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ezwa 3-4 % (Vergleich: Grippe 0,1 %).

*) meist bezogen auf die mittlere Bevölkerung (1.000 Individuen der Gesamtbevölkerung)

Social Distancing

"Social Distancing" (Vermeidung von sozialen, besser persönlichen Kontakten) ist derzeit eine der am dringendsten von Virologen empfohlenen Maßnahmen zur Begrenzung der Ausbreitung der Seuche. Warum? Menschen, die räumlich nicht in Kontakt miteinander treten, können einander auch nicht mit dem neuartigen Virus SARS-Cov-2 infizieren. Darum sollte im Alltag darauf geachtet werden, möglichst zwei Meter Abstand zu anderen zu halten. 

Triage

Das Wort leitet sich aus dem französischen "trier" ab: aussuchen. Gemeint ist ein Verfahren, mit dem medizinische Hilfe bei nicht ausreichender Zahl an Helfern oder Material priorisiert wird.

Ursprünglich stammt das Prinzip aus der Militärmedizin. Wenn ein Ereignis plötzlich zu massenhaft Verletzten führte, mussten mittels Ausleseverfahren entschieden werden, wer bereits tot ist, wer schwer und wer nur leicht verletzt ist. Meist wird mit einem Farbschema (Armbänder, Schilder auf der Brust) den Rettungskräften signalisiert, welche Person Priorität hat. 

Schmierinfektion

Dies kann geschehen, wenn ein Infizierter in die Hand hustet und danach zB. einen Türgriff angreift, der wiederum von anderen Personen angefasst wird. Greift eine dieser Personen sich ins Gesicht, gelangt der Virus über die Schleimhäute in unseren Körper. Mediziner raten deshalb, keinesfalls mit den Händen ins Gesicht zu fassen. Auch auf Händeschütteln sollte man jetzt unbedingt verzichten.

Tröpfcheninfektion

Die Übertragung geschieht durch infektiöse Tröpfchen, die durch Atmen, Küssen, Sprechen, Husten oder Niesen abgesondert werden und über die Luft zu anderen Personen gelangen - indem sie etwa eingeatmet werden oder auf Schleimhäute treffen.

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