Welche FFP-Maske schützt?

Nicht alle Maskentypen schützen vor Ansteckung

Es gibt große Unterschiede bei Atemschutzmasken - nicht jede schützt vor Covid-19 (Foto: Adobe)

Aufgrund der aktuellen Lage haben sich namhafte Hersteller von Atemschutzmasken entschieden, Masken der Schutzklassen FFP2 und FFP3 für medizinisches Personal zu reservieren. Das hat viele teils unseriöse Anbieter von FFP-Schutzmasken auf den Plan gerufen. Hier erfährst, ob eine Atemschutzmaske Sinn macht und worauf du beim Kauf achten musst.

Allgemein unterscheidet man zwischen einem Mund-Nasen-Schutz (kurz MNS), gemeinhin bekannt als Operationsmaske und den Halbmasken mit Partikelfilter (FFP). Ein Mund-Nasen-Schutz ist KEIN Atemschutz. Er schützt dich nicht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Hier helfen nur sog. FFP-Atemschutzmasken.

Wovor schützen FFP-Atemschutzmasken?

Atemschutzmasken schützen vor Staub, Rauch und Flüssigkeitsnebel (Aerosol), nicht aber vor Dampf und Gas. Das Klassifizierungssystem unterteilt sich in drei FFP Klassen, das Kürzel FFP steht dabei für „filtering face piece“. 

Die Masken müssen mit nicht auswechselbarem Filtermaterial nach der europäischen Norm DIN EN 149 geprüft sein. Je nachdem, wie groß das Rückhaltevermögen der Partikelfilter ist, wird die Maske einer der drei Klassen zugeordnet. Je dichter die Maske ist, desto höher ist auch ihre Schutzwirkung. FFP1-Masken haben die geringste Dichtheit und Schutzwirkung, FFP3-Masken die größte.

FFP1

Atemschutzmasken der Schutzklasse FFP1 filtern mindestens 80 % der sich in der Luft befindlichen Partikel bis zu einer Größe von 0,6 μm. Im Bauwesen oder in der Nahrungsmittelindustrie sind Atemschutzmasken der Klasse FFP1 meist ausreichend. 

FFP2

Atemschutzmasken der Schutzklasse FFP2 eignen sich für Arbeitsumgebungen, in denen sich gesundheitsschädliche und erbgutverändernde Stoffe in der Atemluft befinden. Sie müssen mindestens 94 % der in der Luft befindlichen Partikel bis zu einer Größe von 0,6 μm auffangen. Einige Hersteller bieten zusätzlich ein Filtersystem vor Geruchsbelästigung am Arbeitsplatz.

FFP3

Atemschutzmasken der Schutzklasse FFP3 bieten den größtmöglichen Schutz vor Atemluftbelastung. Mit einer Gesamtleckage von maximal 5 % und einem erforderlichen Schutz von mindestens 99 % vor Partikeln bis zu einer Größe von 0,6 μm sind sie dazu in der Lage, giftige, krebserregende und radioaktive Partikel zu filtern. Im Umgang mit Krankheitserregern wie Viren, Bakterien und Pilzsporen wird der Einsatz einer FFP3 Maske empfohlen.

Faltmaske oder vorgeformte Maske?

Halbmasken bedecken Nase und Mund, die Augen bleiben frei. Die Maske setzt sich zusammen aus verschiedenen Filtermaterialien und der Maske selbst, die es in versch. Formen und Ausführungen gibt. Vorgeformte Masken bieten einen guten Tragekomfort für die meisten Gesichtsformen und -größen. Faltmasken passen sich ideal an verschiedene Gesichtsformen und Gesichtsbewegungen an, zum Beispiel beim Sprechen, und erhöht dadurch den Tragekomfort erheblich.

Richtiges An- und Ablegen von Schutzmasken

Zum sicheren An- und Ablegen von Atemschutzmasken und Schutzbrillen bietet das Robert-Koch-Institut bebilderte Informationen an.

FFP-Maske ist eine Gefahr beim Einkaufen

Während der klassische Mund- und Nasenschutz umstehende Personen schützt, dienen FFP-Atemschutzmasken meistens nur dem Selbstschutz. Die Materialien einer FFP-Maske schützen sehr gut vor dem Eindringen. Dadurch braucht es aber auch ein Rückschlagventil, weil man sonst damit kaum Luft einatmen könnte. Das bedeutet aber auch, dass die Luft, die man ausatmet ungefiltert ausgeatmet werden kann.

Prof. Werner Baumgartner von der Johannes Kepler Universität Linz, Institut für Medizin- und Biomechatronik, warnt daher vor der Verwendung von FFP-Atemschutzmasken in Supermärkten.

Erhöhte körperliche Beanspruchung durch FFP-Masken

Das Tragen von filtrierenden Atemschutzmasken (FFP2 und FFP3) führt zu einer erhöhten körperlichen Beanspruchung. Eine wirksame Maßnahme sind Erholungen in der Form von Unterbrechungen des Tragens der Atemschutzmasken. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung empfiehlt (DGUV Regel 112-190, Anhang A2) für filtrierende Halbmasken ohne Ausatemventil eine Beschränkung der Tragedauer auf 75 min mit einer darauf folgenden Erholungsdauer von 30 Minuten, bei filtrierenden Halbmasken mit Ausatemventil liegen die entsprechenden Werte bei 120 Minuten Tragedauer und einer Erholungsdauer von ebenfalls 30 Minuten.

Vorsicht vor einer Wiederverwendung!

Grundsätzlich sind FFP-Masken Einmalartikel. D.h., nach der Benutzung musst du sie korrekt entsorgen. Beim Abnehmen der FFP-Maske soll die äußere Oberfläche nicht mit Mund, Nase, Schleimhäuten oder ungeschützten Händen in Berührung kommen. Anschließend gründlich die Hände waschen. Ob sie wiederverwendet dürfen, regelt die Norm DIN EN 149. Die Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen sind in der Norm festgehalten. Die Wiederverwendung hängt von verschiedenen Faktoren ab:

 Schadstoffkonzentration

● Atmungsintensität

● Hitze

● Feuchtigkeit

● Hygienefaktoren

Laut der Norm gelten für die Wiederverwendung von filtrierenden Halbmasken folgende Kennzeichnungen:

R = Filtrierende Halbmaske ist wiederverwendbar.

NR = Filtrierende Halbmaske ist maximal für eine Schicht verwendbar.

Bei den oben gemachten Angaben handelt es sich um unverbindliche Informationen. Die angegebenen Schutzklassen für die verschiedenen Anwendungsgebiete sind Mindestanforderungen und dienen nur zur Orientierung. Es liegt in der Verantwortung des Anwenders, vor Einsatz zu prüfen, ob die Maske den Anforderungen entspricht. Der ÖTK übernimmt keine Haftung für die Informationen.

Für Informationen wie diese recherchieren wir, lesen Gesetzestexte und analysieren hunderte Berichte. Wir sorgen dafür, dass komplizierte Inhalte verständlich werden. Diese Arbeit machen wir aus der festen Überzeugung, dich sicher durch eine schwierige Zeit zu begleiten.

 

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