Risikofaktor Bergsport

Plötzlichen Herztod erkennen und vermeiden

Foto: Samariterbund Österreich

Körperliche Aktivität hat ohne Zweifel einen positiven Einfluss auf Lebenserwartung und Lebensqualität. Andererseits wurde in mehreren Untersuchungen gezeigt, dass anstrengende körperliche Belastung – insbesondere bei Vorerkrankung – mit einem erhöhten Risiko von Herz-Kreislauf-Notfällen verbunden sein kann. Wer sich seiner Risikofaktoren bewusst ist und regelmäßig angemessen trainiert, kann einem Notfall vorbeugen. 

 

Die führende Todesursache in Österreich

Der plötzliche Herzstillstand fordert mehr Opfer als Brustkrebs, Prostatakrebs, AIDS, Wohnungsbrände und Verkehrsunfälle zusammen und ist damit die führende Todesursache in Österreich.

 

Mangelnde Gewöhnung an bergsportspezifische Belastungen

Stolpern, Umknicken oder Ausrutschen sind weniger bedeutend – mindestens die Hälfte aller Todesfälle bei Wanderern ist auf Herz-Kreislauf-Versagen zurückzuführen. Wer nicht regelmäßig Sport betreibt (2-3x pro Woche mind. 30 Minuten) und der Meinung ist, den Bewegungsmangel am Wochenende nachholen zu können, der kann sich der Gefahr eines plötzlichen Herzstillstandes aussetzen. Grund dafür ist die mangelnde Gewöhnung des Organismus an bergsportspezifische Belastungen, wie etwa das Gehen mit schwerem Rucksack. Gepaart mit Bewegungsmangel, Bluthochdruck und/oder zu hohen Cholesterin- und Zuckerwerten bedeutet das für den Körper immer Stress. Die Folge sind meist Probleme mit Kreislauf, Überlastung und Erschöpfung.

 

Auslöser für Plötzlichen Herztod

So ist es nicht verwunderlich, dass die folgenden Gegebenheiten als Auslöser für Herztodesfälle gefunden wurden:

 

Anstrengung am ersten Tag des Bergsporturlaubs (50 Prozent aller Notfälle)

Starke Anstrengung zu Beginn der Bergtour durch zu schnelles Losgehen

Starke Anstrengung bei extremen Witterungsverhältnissen

Mehrere Stunden ohne Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr

Akuter grippaler Infekt

 

Der Herz-Kreislauf-Spezialist Martin Burtscher (Univ.-Prof. Mag. DDr.) forscht und lehrt am Institut für Sportwissenschaften der Universität Innsbruck. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit alpiner Unfallforschung und -vorbeugung. Dr. Burtscher ist Bundesarzt des österreichischen Bergführerverbandes und Verbandsarzt der Sportkletterer.

Vorsorge

Risiken erkennen und richtig vorbeugen

Du bist über 40 Jahre alt?

Du hast in der Woche keine Zeit für Sport?

Du hast oder hattest Herz-Kreislauf-Probleme?

Du rauchst oder hast geraucht?

Du hast Übergewicht?

Du machst keinen oder selten einen Gesundheitscheck?

 

Hast du eine oder mehrere Fragen mit Ja beantwortet? Dann zählst du möglicherweise zur Risikogruppe – und solltest unbedingt weiter lesen!

 

Online-Test (Dauer: 2-3 Minuten)

Für eine erste Einschätzung deines gesundheitlichen Risikos beim Sport nutze den so genannten "Persönlichen Aktivitäts- und Präventions-Screening-Test" (PAPS-Test). Diese Online-Vorsorgeuntersuchung hilft dir in wenigen Minuten wichtige Anhaltspunkte zu erhalten. Das Ergebnis kannst du ausdrucken und zu deinem nächsten Arztbesuch mitnehmen. Der Test wird vom Deutschen Leichtathletikverband und in vergleichbarer Form auch von der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention als wichtiges präventives Instrument empfohlen.

 

www.paps-test.de

 

Deine Gesundheit liegt uns am Herzen

Ein sportmedizinischer Belastungstest gibt Aufschluss über diese und weitere Werte wie Herzfrequenz, Herzrhythmus, Blutdruck, Atemfrequenz und Blutlaktatkonzentration. Als ÖTK-Mitglied erhältst du auf das komplette Leistungsangebot von Medical Center HOCH-FORM Sonderrabatt.

 

 Medical Center HOCH-FORM

 

„Pumperlgesund?" Oder droht der Plötzliche Herztod?

 

Die Broschüre des DAV gibt einen informativen Überblick über die Risikofaktoren beim Bergsport und zeigt Verhaltensmaßnahmen auf, die einen Plötzlichen Herztod vermeiden helfen.

 

Broschüre runterladen (PDF)

Regelmäßiges Training

Ausdauersport und Fitnesstraining

Rad- und Mountainbike Touren ÖTK Mach mit! Bei den Fitnessangeboten des ÖTK

Regelmäßiger Sport kann dem Plötzlichen Herztod vorbeugen. Dabei geht es nicht nur um eine verbesserte allgemeine Ausdauer, auch die Gewöhnung und Anpassung des Körpers an eine für die jeweilige Sportart typische Belastung sind wichtig. 

 

Wie intensiv? 50-70 % der maximalen Herzfrequenz (bis zu 85 % bei Gewöhnung und regelmäßigem Training)

 

Wie lang und wie oft? 3-5 Mal pro Woche mindestens 10-20 Minuten bis zu 60 Minuten pro Einheit

 

Welche Sportart? Walken, Wandern, Laufen, Radeln, Schwimmen, aber auch Treppensteigen oder Seilspringen

 

siehe auch ÖTK Fitnessangebote

 

Was tun bei Herzstillstand?

1. Rettung alarmieren

Zur Behandlung von Patienten mit plötzlichem Herzstillstand wird die Rettungskette empfohlen. Die frühzeitige Defibrillation gilt als das wichtigste Element der Rettungskette. Die besten Überlebenschancen bestehen, wenn innerhalb von fünf Minuten ein Defibrillationsschock abgegeben wird. Bereits nach zehn Minuten ist ein Überleben höchst unwahrscheinlich.

 

2. Wiederbelebung

Wiederbelebung Herzmassage Herzmassage: 30 x kräftig pumpen ...

 

Ist kein Defi vorhanden, nach der Alamierung der Rettung sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen und diese bis zum Eintreffen der Rettung fortführen:

 

Wiederbelebung Mund-zu-Mund Beatmung Kopf überstrecken und 2 x beatmen

Tipp:

 

Deine ÖTK-Mitgliedskarte hat auf der Rückseite eine Erinnerungshilfe für die Herz-Lunge-Wiederbelebung aufgedruckt!

Zuhause und auf Reisen

Ein Defibrillator sorgt für mehr Sicherheit

Defibrillator für Zuhause und Reisen Philips Defi HeartStart

Rund zwei Drittel aller Herzinfarkte passieren zuhause. Nur weniger als fünf Prozent überleben, nicht zuletzt weil kein Defibrillator rechtzeitig zur Hand ist. Für Patienten, die einen Herzinfarkt überlebt haben, besteht innerhalb eines Jahres ein 25 bis 50 Prozent Risiko eines weiteren Herzinfarktes.

Ein plötzlicher Herztod tritt oft in Folge eines Herzinfarktes auf, wenn es dem Herzen an Sauerstoff mangelt. Der plötzliche Herztod ist eine elektrische Fehlfunktion des Herzens, die normalerweise für eine Störung des Herzrhythmus, das sogenannte Kammerflimmern, verantwortlich ist. In diesem Zustand werden die elektrischen Impulse des Herzens plötzlich chaotisch, was dazu führt, dass das Herz flimmert und nicht mehr im normalen Rhythmus pumpt. Die Betroffenen kollabieren und verlieren schnell das Bewusstein - oft ohne Vorwarnung.

 

Bei einer Defibrillation, die in den ersten fünf Minuten nach einem Kollaps durchgeführt wird, besteht die größte Aussicht auf Erfolg. Mit jeder Minute, die ohne Defibrillation vergeht, sinken die Überlebenschancen um 7 bis 10 Prozent.

 

Die ersten 5 Minuten sind entscheidend

Philips Defi HeartStart
UVP € 1.415,- exkl. Mwst.
Erhältlich im Gesundheits-Fachhandel in ganz Österreich
Info und interaktive Demo:

 

www.heartstarthome.com

 

Defibrillator Standorte

Online-Verzeichnis

In Österreich wurden Laiendefibrillatoren im öffentlichen Raum zur Verfügung gestellt. Diese sind für Ersthelfer leicht auffindbar und rund um die Uhr frei zugänglich.

 

Defi-Standorte

Smartphone-App zeigt nächsten Defibrillator

Smartphone-Nutzer können mit der App des Samariterbund Österreich rasch per GPS-Ortung fesstellen, wo das nächste lebensrettende Gerät zu bekommen ist.

 

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