Bergwelt in Bewegung

Die alpinen Vereine Österreichs stellen sich dem Wandel

Bergsturz in den Alpen (Foto: Adobestock)

Alpine Schutzhütten, Wanderwege und Klettersteige sind in Gefahr. Permafrost, der das Gestein wie Klebstoff zusammen hält, taut auf. Berge geraten in Bewegung. Starkregen tut sein Übriges. Felsstürze und Hangrutschungen sind die Folge. Vielerorts rutschen Wege ab und sind Hütten nicht mehr erreichbar. Die ehrenamtlichen Wegewarte der alpinen Vereine kommen mit notwendigen Instandsetzungs- und Sicherungsarbeiten nicht mehr nach. Es finden sich immer weniger Freiwillige.

Wie steht es um die alpine Infrastruktur wirklich?

Unter Federführung des ÖTK (Österreichischer Touristenklub) gaben die die drei größten Alpinvereine Österreichs in einer Pressekonferenz am 29.5.2024 Einblick in akute Problemfälle. Die Darstellungen gehen über das Erahnte hinaus und sind mehr als ernüchternd. Die zunehmende Hitze lässt wertvolles Wasser versiegen, Stürme von 250 km/h knicken Stützen von Materialseilbahnen um, Versorgungswege und Wanderwege rutschen ab. Für Ersatzbauten und Gegenmaßnahmen reichen die finanziellen Mittel nicht. In einer Petition fordern sie 95 Millionen Euro von der Regierung.

Differenzierung, Individualisierung und Spontanität

Das Angebot der Schutzhütten muss authentisch und gleichzeitig von hoher Qualität sein. Der Trend zum naturnahen Tourismus und zu naturbezogenen Reisen, zu Umweltverantwortung, zum Wandern und Urlaub in den Alpen, zum nachhaltigen Lebensstil, zum bewussten Reisen eröffnen Österreich neue, zusätzliche Chancen.

Auf der anderen Seite stellen das Online-Suchen und -Buchen, die Unberechenbarkeit des Buchungsverhaltens, die Online-Bewertungs- und Empfehlungsplattformen sowie die Kommunikation über soziale Netzwerke die Hüttenwirtsleute und Vereine vor neue Herausforderungen. Die Informations- und Kommunikationstechnologien werden auch auf Hüttenstandorten immer wichtiger. Das Internet wird zunehmend zum zentralen Medium für Reiseinformationen und Buchungen. Der Zugriff wird schneller, einfacher und besser.

Klimaänderung als Chance

Chancen Herausforderungen
  • Saisonverlängerung, breiteres Angebot > Umlenkung der Touristenströme
  • Ganzjahresangebote
  • "Coole" Plätze schaffen
  • längere Schönwetterperioden
  • stabileres Wetter
  • kühlere Höhenlage
  • Sommerfrische statt Strandurlaub
  • Rückkehr der traditionellen Sommerfrische in den Bergen
  • angenehme Tages- und Nachttemperaturen
  • vermehrter Inlandstourismus
  • stärkere Nachfrage nach intakter Natur
  • Erhaltung der Wasserqualität
  • Energie- und Ressourcenknappheit
  • steigende Transportkosten
  • unzureichender Ausbau der
    Öffis
  • spontanes Buchungsverhalten > höherer Wettersensitivität der Gäste
  • extreme Wettersituationen
  • Wege/Steinschlaggefahr > hohe Kosten für Infrastruktur
  • Rückgang von Permafrost -Steinschlaggefahr und Hangrutschungen
  • Attraktivitätsverlust durch Gletscherschmelze

Anrufen

E-Mail

Anfahrt